Das Sanierungsbudget ist heute oft ein Nullsummenspiel: Wer in der Wohnung an einer Stelle drauflegt, muss an anderer Stelle kürzen. Und weil ein Badezimmer auf den ersten Blick nur aus Fliesen, Silikon und ein bisschen Sanitär besteht, rutscht es in vielen Planungen in die Kategorie „Das bekommen wir schon hin“. Vielleicht am Wochenende, vielleicht mit YouTube – und zur Not wird später nachgebessert.
Nur: Im Bad ist „später nachbessern“ genau der Satz, aus dem Folgeschäden entstehen. In einer DEKRA-Wasserschadenstudie wurden 44 % der untersuchten Schäden auf Fehler bei der Installation zurückgeführt. Und der Branchenverband GDV spricht in einer Mitteilung von rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden (Wohngebäude) in einem Jahr. Wer also beim Badumbau aus Budgetdruck selbst Hand anlegt, spielt nicht gegen ein bisschen Schieflage im Fliesenbild – sondern gegen Statistik.
Fünf gute Gründe, warum gerade bei knappen Budgets der Gang zum Fachbetrieb die wirtschaftlich vernünftigere Entscheidung ist.
- Weil Fehler selten sofort auffallen – aber fast immer Folgen haben
Ein wackelnder Schrank nervt. Eine schlecht verlegte Abdichtung zerstört Substanz. Der Unterschied ist entscheidend: Viele Badfehler zeigen sich nicht sofort. Wasser findet seinen Weg hinter Fliesen, unter Duschwannen, in Fugen, an Durchdringungen. Es arbeitet leise bis Geruch, Flecken oder Schimmel auftauchen. Dann ist der Schaden oft längst weitergewandert als gedacht.
Fachbetriebe gehen deshalb anders an die Planung heran. Sie denken vom Risiko aus: Wo trifft Wasser regelmäßig auf Bauteile? Welche Übergänge sind besonders sensibel? Welche Anschlüsse müssen dauerhaft dicht bleiben? Genau dafür gibt es klare Vorgaben, etwa zur Abdichtung von Innenräumen. Sie sind kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis der Erfahrung zahlloser Schadensfälle.
- Weil im Bad mehrere Gewerke aufeinandertreffen – und Fehler sich addieren
Sanitär, Elektro, Abdichtung, Fliesen, Lüftung: Im Bad arbeitet nichts isoliert. Und genau an diesen Schnittstellen entstehen die meisten Probleme. Ein Ablauf minimal zu hoch. Ein Gefälle nicht sauber ausgeführt. Eine Steckdose ungünstig platziert. Für sich genommen oft Kleinigkeiten – im Zusammenspiel jedoch potenzielle Schwachstellen.
Im DIY-Ansatz wird häufig nach Verfügbarkeit entschieden: das Material aus dem Baumarkt, die Lösung aus dem Forum. Fachbetriebe hingegen planen das Bad als Gesamtsystem. Nicht die einzelne Komponente zählt, sondern ihr Zusammenspiel über Jahre hinweg. Gerade bei kleinen Bädern, Dachschrägen oder engen Grundrissen ist das kein Detail, sondern Voraussetzung dafür, dass der Raum funktioniert.
- Weil Haftung und Versicherung keine Grauzonen mögen
Spätestens wenn Wasser durch die Decke des Nachbarn tritt, endet jede Heimwerker-Romantik. Dann geht es nicht mehr um Geschmack, sondern um Verantwortung. Versicherungen prüfen genau, wie ein Schaden entstanden ist. Eigenleistung ohne fachgerechte Ausführung kann im Zweifel teuer werden – nicht nur finanziell, sondern auch rechtlich.
Der Vorteil eines Fachbetriebs liegt deshalb nicht nur im handwerklichen Können, sondern im Haftungs- und Gewährleistungsrahmen. Wer beauftragt, hat einen Ansprechpartner, eine Dokumentation, einen Anspruch. In der Praxis ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein Gutachter festhält „unsachgemäß montiert“ oder „fachgerecht ausgeführt“.
- Weil Sparen im Bad oft an der falschen Stelle ansetzt
Wenn Budgets knapp sind, wird priorisiert. Der Fehler: Viele sparen zuerst bei dem, was man nicht sieht – Untergrund, Abdichtung, Anschlusstechnik – und investieren dann in sichtbare Elemente. Eine hochwertige Armatur ersetzt jedoch keine saubere Abdichtung.
Professionelle Planer drehen diese Logik um. Sie sichern zuerst die technischen Grundlagen und arbeiten dann mit Gestaltung, Licht, Proportionen. Wie wirkt ein kleines Bad größer? Wo lassen sich Waschmaschine und Trockner sinnvoll integrieren? Wie verhindert man, dass eine Dusche zur permanenten Spritzwasserzone wird?
Gerade bei einer Komplettbadsanierung vom Badezimmer zeigt sich, wie wichtig diese Priorisierung ist. Ein spezialisiertes Unternehmen denkt nicht in Einzelmaßnahmen, sondern im Ergebnis: ein Bad, das funktioniert, ohne das Budget zu überdehnen.
- Weil Zeit, Koordination und Alltag echte Kosten sind
Ein Bad, das wochenlang nicht nutzbar ist, ist kein theoretisches Problem. Es ist Alltag im Ausnahmezustand. Improvisation, Zusatzkosten, Terminchaos. Viele DIY-Projekte unterschätzen genau diesen Faktor: Zeit.
Fachbetriebe arbeiten nicht nur schneller, sondern abgestimmt. Sanitär, Fliesen, Elektro greifen ineinander. Material ist verfügbar, Abläufe sind geplant. Das klingt banal, ist aber entscheidend – denn jeder ungeplante Stillstand erzeugt neue Kosten, neue Entscheidungen unter Druck und neue Fehlerquellen.
Wer sparen muss, sollte Risiken reduzieren – nicht erhöhen
Selbermachen fühlt sich nach Kontrolle an. Im Badezimmer ist es oft das Gegenteil.
Wenn laut der DEKRA-Wasserschadenstudie 44 % der untersuchten Wasserschäden auf Installationsfehler zurückgehen, dann ist das kein Appell gegen Eigeninitiative, sondern ein nüchterner Hinweis: Der größte Hebel liegt nicht beim Design, sondern bei der unsichtbaren Qualität dahinter.







