Daimler und Visa machen das Auto zum Zahlungsmittel

Wer jetzt nach dem Lesen des Titels an eine Pfandleihe denkt, liegt weit daneben. Es geht nicht darum, das Auto verpfänden oder zu belehnen, um dafür Geld zu bekommen. Im Gegenteil. Das Auto selbst soll imstande sein auf Fingerdruck Zahlungen zu übernehmen. Wozu man das braucht? Ganz einfach. Man denke nur an einige ganz einfache Szenarien.

Wie praktisch es wäre, mit dem Auto bezahlen zu können…

Wer kennt das nicht? Man spielt mal wieder Taxi für die Kinder oder holt jemanden mal eben vom Flughafen ab oder erledigt eine schnelle Tour mit dem Auto. Der Bordcomputer, dem wir kurz Acht schenken, verrät, dass man nur noch 15 km weit kommt. Dann ist ein Tankstopp fällig. Ärgerlich. Die Geldbörse ist nämlich versehentlich daheim liegen geblieben. Nochmal schnell heimfahren?  Dafür reicht die Zeit nicht. Und der Treibstoff auch nicht. Macht künftig nichts mehr, wenn man den Plänen von Daimler und Visa Glauben schenken darf. Und in Anbetracht dessen, dass es vielerorts eine ganze Reihe von Bezahlmöglichkeiten gibt, denken Sie nur an Online Casinos wie Ice Casino, dann ist es nur zu wahrscheinlich, dass man mit dem Auto künftig fürs Tanken und den Parkplatz bezahlen kann. Wie der Plan im Detail aussieht?

Daimler Mobility und Visa an der gemeinsamen Front

Unterm Strich ist geplant, dass ein einziger Fingerabdruck reicht, um Bargeld oder Kreditkarte zu ersetzen. Sogar das Smartphone wird nicht benötigt. Möglich machen soll das die „Delegated Authentication“-Technik von Visa. Und die Verwirklichung soll nicht allzu lange dauern. Bereits im Frühjahr 2022 soll das Ganze an den Start gehen. Und zwar mit dem neuen Multimediasystem MBUX 2. Davon profitieren zunächst die Kunden von Mercedes-Benz in Deutschland und Großbritannien, indem man Mercedes-me-Dienste oder Tankvorgänge oder Parkvorgänge direkt im Fahrzeug bestellt und bezahlt. Weitere Märkte werden nach erfolgreichem Start wohl bald folgen.

Dafür, dass der Start erfolgreich ist, werden die beiden Partner schon sorgen. Sicherheit wird bei beiden generell groß geschrieben. Man denke nur an die erfolgreichen Crashtests, die Mercedes immer wieder abliefert und die genialen Features, die man integriert, die das Fahren noch sicherer machen. Und Visa kennt man sowieso. Es ist neben Mastercard die bekannteste und erfolgreichste Kreditkarte. Damit zahlt man mitunter auch hohe Beträge rasend schnell und sehr sicher. Und nun sollte der deutsche Autobauer als erster Automobilhersteller weltweit das Visa Cloud Token Framework in seinen Fahrzeugen einbauen. Das ist eine Sicherheitstechnik auf Cloud-Basis, die Flexibilität über mehrere Geräte hinweg ermöglicht. Diese sogenannten Visa Cloud Tokens schützen und verschlüsseln sensible Zahlungsinformationen, indem  diese in Daten umgewandelt und sicher gespeichert werden. Doch diese Cloud Tokens können noch viel mehr. Sie können zahlreiche andere Endgeräte desselben Verbrauchers mit dem gleichen Kreditkartenkonto bei dessen Bank verbinden. Das Schöne daran: Man braucht keine ewig lange Kreditkartennummer mehr irgendwo eingeben und der Wechsel zwischen unterschiedlichen Geräten fällt weg – zumindest für Mercedes-Fahrer der Zukunft.

Ein riesen Geschäft für Visa und Daimler

Natürlich betreiben die beiden Partner den Aufwand nicht aus Jux und Tollerei. Und niemand zwingt sie dazu. Aber tatsächlich versteckt sich hinter dieser Bezahlfunktion ein Milliardengeschäft. Denn laut Experteneinschätzungen sollte die Zahl der vernetzten Autos innerhalb von nur 2 Jahren auf über 300 Millionen ansteigen. Vorsichtige Prognosen von Experten besagen, dass man bereits in 5 Jahren die 100 Milliarden US-Dollar-Marke als Gesamtumsatz erwarten darf. Das passt natürlich hervorragend zu den derzeit heißen Trends rund um Carsharing, Elektromobilität, autonomes Fahren und Fahrzeugvernetzung. Denn diese erhöhen den Bedarf an besonders innovativen Bezahlmöglichkeiten wie etwa der Bezahlung mit dem Auto selbst.

Wohin führt die Reise?

Es ist anzunehmen, dass das erst der Anfang ist. Denn wo wäre es überall sinnvoll, wenn man mit dem Auto bezahlen könnte? Beim Tanken? Sicherlich. Beim Parken? Natürlich. Denn Kleingelt ist nicht immer vorhanden. Beim Carsharing? Wäre praktisch, wenn das erspart Umwege über irgendwelche Carsharing-Portale. Das Nutzen von E-Tankstellen? Wahrscheinlich auch. Denn gerade auf dem Gebiet herrscht derzeit noch Wildwuchs. Doch in Wahrheit gibt es noch viel mehr nützliche Anwendungen. Denken Sie nur an Straßenmaut. Egal ob Sie in die Schweiz, durch Österreich oder Italien reisen. Auch in Slowenien werden Sie, wenn Sie die Autobahnen nutzen, zur Kasse gebeten. Deutschland wird wohl demnächst folgen. Wäre es nicht praktisch, wenn man direkt mit dem Auto die Maut bezahlen könnte? Theoretisch könnte man sogar Überfahrtkosten mit einer Fähre damit begleichen.

Fazit

Man darf gespannt sein, wie schnell und gut Daimler und Visa das gemeinsame Vorhaben umsetzen und wie schnell es von den Fahrern angenommen wird. Denn davon wird es abhängen, wieviel andere Autobauer nachziehen werden und welche Leistungen angeboten werden, die man mit dem Auto bezahlen wird können. Es ist auf alle Fälle ein zukunftsträchtiges Projekt, eines mit extrem viel Wachstumspotenzial. Wenn das Ganze nur halb so gut funktioniert wie es klingt, ist das schon eine ganz wunderbare Sache. Eine sinnvolle Erweiterung zu den ganzen anderen Bezahlsystemen, die es weltweit gibt. Das Jahr 2022 ist nicht mehr weit entfernt. Das ist das Gute daran. Doch bis auch andere Marken einen solchen Dienst anbieten werden? Nicht jeder möchte deshalb einen Mercedes kaufen müssen. Man darf gespannt sein. Es heißt abzuwarten und Tee zu trinken.

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