Was ist die beste Geldanlage momentan 2022

Die Inflation ist aktuell so hoch wie lange nicht mehr. Geld, das lange bei klassischen Geldanlagen gut verwahrt war, verliert aktuell beständig an Wert. Für Kapitalanleger ist dies wahrlich eine eher bescheidene Situation. Dennoch gibt es Wege und Möglichkeiten, sein Geld auch in 2022 noch gewinnbringend anzulegen und somit die Inflation auszugleichen oder sogar mit dem Ertrag zu schlagen. Hier ein Überblick über die beste Geldanlage momentan.

Die besten Geldanlagen 2022

Die Wahl der richtigen Geldanlage ist maßgeblich bestimmt von der eigenen Risikobereitschaft und dem eigenen Anlagehorizont. Im Regelfall geht eine hohe Risikobereitschaft auch mit einem hohen Ertrag einher. Wer sein Geld aber kurz- oder mittelfristig benötigt, sollte in weniger riskante Anlageformen umschichten. Auch das Alter spielt beim Investieren eine Rolle. Viele Anlageformen eignen sich primär, wenn der Anlagehorizont groß ist, wohingegen andere Anlageklassen auch kurzfristig Gewinne oder eine regelmäßige Auszahlung erwirtschaften können. Was bei den einzelnen Anlageformen zu beachten ist, lesen Sie im Folgenden.

Tagesgeld als Geldanlage

Die beste Geldanlage momentan muss gegen die Inflation kämpfen

Die beste Geldanlage momentan muss gegen die Inflation kämpfen

Tagesgeldkonten haben sich lange Zeit sehr großer Beliebtheit erfreut. Über viele Jahre konnten Anleger hier mit beständigen Renditen oberhalb der Inflationsrate rechnen. Zum Bedauern vieler ist dies jedoch heutzutage nicht mehr der Fall. Die Zinsen beim Tagesgeld liegen aktuell bei gerade einmal 0,16 Prozent und je nach Anbieter sogar noch weniger. Für einen Anleger, der insgesamt 50.000 Euro anlegen möchte, bedeutet dies einen Zinsertrag von gerade einmal rund 80 Euro.

Einen Inflationsausgleich kann man mit diesen Werten nicht erreichen. Der Ertrag ist im Vergleich zu anderen Anlageformen sehr gering und kaum interessant. Es gibt jedoch auch gute Seiten am Tagesgeld. Viele Anleger nutzen Tagesgeldkonten für die „eiserne Reserve“ und hinterlegen dort ihren Notgroschen in Form von zwei bis drei Monatsgehältern. Dafür spricht die tägliche Verfügbarkeit beim Tagesgeld und die einfache Handhabe, die kaum Fachwissen voraussetzt. In der Regel wird für ein Tagesgeldkonto ein festes Referenzkonto hinterlegt, von welchem die Ein- und Ausgaben gemanagt werden. Wer sein Tagesgeldkonto bei seiner Hausbank hat, kann oftmals Geld innerhalb von Sekunden transferieren und sofort darüber verfügen.

Sparbuch als Geldanlage

Sparbücher sind dem Tagesgeldkonto sehr ähnlich. Die Zinsen sind ähnlich zu bewerten, ein Inflationsausgleich kann meist nicht erzielt werden und das Geld ist in der Regel recht kurzfristig verfügbar. Zu beachten ist hier jedoch, dass, wenn man noch ein altes, physisches Sparbuch besitzt, immer die Öffnungszeiten der Bank zu berücksichtigen sind, da Ein- und Auszahlungen nur vor Ort umsetzbar sind. Eine neue Alternative sind sogenannte Sparkonten, die sich jedoch noch weniger von Tagesgeldkonten unterscheiden. Insgesamt handelt es sich um eine risikofreie Anlage. Anlagebeträge sind bei den meisten Banken bis zu 100.000 Euro über den Einlagensicherungsfonds abgedeckt. Manche Banken bieten zusätzlich eine erweiterte Einlagensicherung an. Hier lohnt sich der Vergleich.

Festgeld als Geldanlage

Beim klassischen Festgeld überlässt man der Bank einen Geldbetrag und die Bank darf diesen dann für einen festen Zeitraum verwalten und anlegen. Die Zeitspannen reichen hier von wenigen Monaten bis hin zu vielen Jahren. In der Regel erhält man für eine längere Anlagedauer auch einen höheren Zinssatz. Wer die 50.000 Euro aus dem ersten Beispiel für 5 Jahre fest anlegt, der erhält aktuell Zinsen in Höhe von rund 0,45 Prozent, was einem Betrag von 681 Euro auf die gesamte Laufzeit gerechnet entspricht. Die Zinsen sind zwar ein gutes Stück höher, jedoch ist das Geld für die Laufzeit nicht verfügbar. Vorteilhaft ist, dass das Geld auch hier wieder bis zu 100.000 Euro abgesichert ist. Da Festgeld auch von vielen Hausbanken angeboten wird, ist die Komplexität der Anlage nicht sehr hoch.

Einzelne Aktien als Geldanlage

Aktieninvestments werden auch in Deutschland mittlerweile immer populärer. Wer in Aktien investieren möchte, hat meist eine höhere Risikobereitschaft, da bei Aktien im Worst Case auch ein Totalausfall denkbar ist. Aktien sind nichts anderes als Anteile von einem Unternehmen und der Markt bestimmt den Kurs. Wer mit Aktien handeln möchte, muss einen etwas größeren Aufwand in Kauf nehmen. Um mit Aktien zu handeln, benötigt man zuerst ein Depot. Die Zahl der Anbieter ist hier sehr groß und es ist schwierig den günstigsten beziehungsweise den besten Anbieter zu finden. Hinzukommt, dass Aktien an gewisse Handelszeiten gebunden sind, die je nach Herkunftsland der Aktie unterschiedlich sind.

Grundsätzlich sollte man nur in Aktien investieren, wenn man das Geschäftsmodell der jeweiligen Firma verstanden und sich mit der Firma beschäftigt hat. Im Normalfall sind Gelder aus Aktienanlagen täglich verfügbar, solange der Handelsplatz geöffnet ist. Zu berücksichtigen sind jedoch die Kursschwankungen, da man bei akutem Geldmangel immer Gefahr läuft in einer Phase zu verkaufen, in der die Aktienkurse im Keller sind. Der Ertrag setzt sich zusammen aus eventuellen Dividendenzahlungen, also Gewinnbeteiligungen, und den regulären Kursanstiegen der Aktien.

Doch Vorsicht: Die meisten Broker verlangen Ordergebühren oder Provisionen beim Kauf von Aktien. Wer lediglich einzelne Aktien kauft, setzt seiner Geldanlage einem gewissen Klumpenrisiko aus. Mit der richtigen Strategie und guter Planung lässt sich die Inflation mit Aktien gut ausgleichen. Sich auf einzelne Aktien zu versteifen ist meist aber keine gute Idee. Das Klumpenrisiko, also das Risiko, dass gerade das eine Unternehmen insolvent geht, ist vergleichsweise hoch. Eine Streuung auf mehrere Titel ist in jedem Fall empfehlenswert.

ETFs als Geldanlage

ETFs zählen zu den beliebtesten und besten Geldanlagen momentan

ETFs zählen zu den beliebtesten und besten Geldanlagen momentan

Ein ETF (=exchange-traded fund) ist ein Fond, der sich an der Kursentwicklung eines festen Portfolios orientiert und in der Regel nicht aktiv gemanagt ist. Hierdurch hat man die Möglichkeit, sein Kapital mit einem einzelnen Wert breit zu streuen und wirkt so großen Kursschwankungen entgegen. ETFs sprechen vor allem Anleger mit einem weiten Anlagehorizont an. Für Daytrader sind ETFs eher uninteressant. Aufgrund der Streuung sind ETFs recht sicher, auch wenn hier dennoch das Risiko eines Totalverlustes nicht auszuschließen ist. Da ETFs nicht aktiv verwaltet werden, sind die jährlichen Kosten entsprechend gering und die Rendite wird kaum zusätzlich belastet. ETFs können häufig eine Performance im zweistelligen Bereich vorweisen und können somit als inflationssicher bewertet werden. Mitunter gibt es auch ETFs, die ähnlich wie Aktien, Dividenden ausschütten.

Immobilien als Geldanlage

Immobilien werden nicht ohne Grund häufig als Betongold bezeichnet. Da es sich bei Immobilien um physische Werte handelt, sind sie in vielen Fällen bei guter Bewirtschaftung auch über Jahre wertstabil. Hinzukommt der Faktor „gewohnt wird immer“, der ständig für neue Interessenten sorgt. Die Komplexität eines Immobilieninvestments ist verhältnismäßig hoch. Neben der passenden Finanzierung, wenn man die finanziellen Mittel nicht in bar vorhält, benötigt man zusätzlich ein gutes Know-how in der Hausverwaltung und gute Menschenkenntnis. Die Renditen bei Immobilien schwanken je nach Region. In teuren Regionen gehen die Renditen runter, während ländliche Räume gute Renditen abwerfen, jedoch die Gefahr von Leerstand höher ist.

Ein großer Vorteil von Immobilien ist der sogenannte Leverage Effekt (zu Deutsch: Hebeleffekt). Der Effekt beschreibt den Kapitalhebel, der angesetzt wird, wenn man nur einen gewissen Teil Eigenkapital zum Erwerb einer Immobilie einsetzt. Wird der Rest dann fremdfinanziert, steigt die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital entsprechend. Theoretisch ist bei einer Vollfinanzierung eine unendliche Eigenkapitalrendite möglich. Da der Wert von Immobilien auch in der Inflation steigen kann, können Immobilien als sehr inflationssicher angesehen werden. Bei einer abgezahlten Immobilie kann man zudem durch regelmäßige Mietzahlungen von einem gut planbaren Cashflow profitieren. Die Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals ist anlagebedingt eher schlecht. Bevor man über das Geld verfügen kann, muss erst ein Käufer gefunden, entsprechende Verträge geschlossen und die Eigentumsumschreibung erfolgt sein.

Gold / Rohstoffe als Krisenwährung?

Gold zählt seit jeher zu den beliebtesten Anlageformen. Das liegt an der Wertbeständigkeit des Edelmetalls und der hohen Akzeptanz in der Bevölkerung. In beinahe jedem Land der Welt wird Gold akzeptiert. Aber auch andere Edelmetalle wie Silber oder Palladium können ein interessantes Investment sein. Erträge lassen sich, zumindest bei den physischen Ablegern, nur über Wertsteigerungen erzielen. Diese können je nach Wirtschaftslage jedoch sehr schwankend sein. Als einfaches Anlageinstrument ist Gold für viele Anleger geeignet. Gerade in Krisenzeiten kann Gold seinen Wert zeigen und kann meist mit Wertanstiegen punkten. Die Verfügbarkeit ist etwas eingeschränkt. Das liegt primär daran, dass das Gold erst zu Geld gemacht werden muss, bevor man über dieses verfügen kann.

Neben Edelmetallen kann man auch in diverse andere Rohstoffe wie beispielsweise Nahrungsmittel, Öl oder Holz investieren. Meist handelt es sich hier jedoch um sehr volatile Anlageklassen, da der Kurs häufig schwankt. Gleiches gilt für Devisen, also den Handel mit Währungen.

Anleihen als Geldanlage

Anleihen können auch in der Riege der Wertpapiere einsortiert werden. Normalerweise  werden Anleihen von einer Firma oder einem Staat herausgegeben. Der Herausgeber wird hier Emittent genannt. Die Zinsen liegen, je nach Bonität, etwas höher als beim Festgeld. Grundsätzlich sind Aktien als sichere Anlageform zu sehen, bei Anleihen gibt es jedoch eine Besonderheit. Die Sicherheit einer Anleihe liegt nicht zuletzt auch am Emittenten. Herausgeber, die über eine schlechte Bonität verfügen, müssen höhere Zinsen auszahlen als bonitätsstarke Emittenten, da sich ansonsten keine Anleger finden.

Wer aktuell Anleihen der Bundesrepublik Deutschland wählt, muss damit rechnen, dass ein Negativzins anfällt. Somit ist auch klar, dass Anleihen als Inflationsschutz eher nicht geeignet sind. Die Komplexität ergibt sich aus dem Verlustrisiko, das zumindest in einer Unternehmensinsolvenz oder Staatspleite besteht. Die Verfügbarkeit ist ebenfalls als eher schlecht einzustufen. Das liegt vor allem daran, dass eine Anleihe meist eine feste Laufzeit hat und nur mit Abschlägen vorab wieder zu Geld gemacht werden kann.

Fonds als Geldanlage

Fonds sind der direkte Konkurrent zu ETFs. Anders als ETFs sind Fonds aktiv gemanagt, sodass der Fondsmanager aufgrund von aktuellen wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Entwicklungen aktiv in die Anlagestrategie eingreift. Hierdurch entstehen höhere Kosten, da auch Fondsmanager bezahlt werden möchten. Die Renditechancen sind dafür bei gut gemanagten Fonds jedoch recht hoch. Dadurch, dass negative Effekte, anders als bei ETFs, ausgeglichen werden können, kann ein Fonds mitunter auch in Krisenzeiten gute Ergebnisse erzielen. Anteile an Fonds können wie Aktien gekauft werden und sind daher als mittelschwierige Geldanlage zu sehen. Da viele Fonds oberhalb des regulären Aktienmarktes performen, kann von einem sehr guten Inflationsschutz ausgegangen werden. Da ein Verkauf von Fondsanteilen zu den Marktöffnungszeiten jederzeit möglich ist, kann die Anlage als sehr liquide bezeichnet werden.

Kleinere Beträge anlegen

Viele Anlageformen bieten auch die Möglichkeit mit einem vergleichsweise geringen Eigenkapital einzusteigen. Wer beispielsweise nicht die Möglichkeit zum Erwerb einer Immobilie hat, der kann mit kleinen Beträgen Sparpläne auf einen ETF oder Fonds anlegen. Das Kapital wächst so monatlich durch die eigenen Einzahlungen und entsprechende Wertzuwächse. Von dort aus, wenn sich etwas Kapital angesammelt hat, kann man sich jederzeit weiterentwickeln und in andere Anlageformen umschichten.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass man nur Geld investieren sollte, das man aktuell selbst nicht benötigt. Auch einen Totalverlust sollte man nicht ausschließen.
Berechnungen und Studien haben zudem gezeigt, dass es in vielen Fällen besser ist, wenn man monatlich kleine Beträge investiert. Das liegt daran, dass man den perfekten Zeitpunkt für einen Ein- oder Ausstieg aus einem Investment, hier im Speziellen Fonds und ETFs, nicht genau bestimmen kann. Wenn man nun aber durchgehend monatlich kleine Beträge einzahlt, ergibt sich auf die Dauer ein Durchschnitt beim Einkaufspreis, der durch die meisten ETFs und Fonds problemlos ausgeglichen werden kann und somit Wertzuwächse generiert.

Zudem ist auch die Investition in Immobilien mittlerweile mit kleinen monatlichen Beiträgen zu realisieren. Hier bieten sich entweder Immobilienfonds oder Immobilien REITS an, oder aber der Kauf einer sogenannten Vertriebsimmobilie. Hierbei handelt es sich im Regelfall um denkmalgeschützte Gebäude in aufstrebenden Städten, die von Grund auf neu saniert und bewohnbar gemacht werden. Aufgrund von steuerlichen Begünstigungen und Mietpoolgarantien kann man hier bei starker Bonität bereits mit geringen Beträgen um die 200 Euro Wohneigentum zur Vermietung erwerben. Zu beachten ist aber, dass man sich auf jedenfall die Bedingungen der Vertriebsfirma hierbei gut anschaut und für sich abwägt, ob das Investment lohnenswert ist.

Fazit die beste Geldanlage momentan

Wer nicht investiert, kann keine Fehler machen, wird aber auch keinen Gewinn erzielen. Wichtig ist es, dass man mit dem Investieren beginnt. Auch kleine Beträge können am Ende einen großen Betrag erwirtschaften und so beim Aufbau eines soliden finanziellen Fundaments helfen. Wer seine Investitionen außerdem zeitlich gut plant, wird auch im hohen Alter gute Rücklagen haben, um ein unbeschwertes Leben zu führen. Hierzu zählt beispielsweise in jungen Jahren mit einem langen Anlagehorizont beipielsweise in ETFs zu investieren, um hier von Kurzssteigerungen zu profitieren. Nach vielen Jahren sollte man die ETFs dann umschichten in ausschüttende Anlageformen. Gut eignen sich hier dividendenstarke Aktien oder auch Immobilien, wenn diese zu großen Teilen sofort abgezahlt werden können. Unser Präferenz ist es natürlich in Immobilien zu investieren.

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