Flachsgewebe

Unter einem Flachsgewebe wird ein Gewebe verstanden, welche nicht über einen Flor verfügt und somit zweidimensional aufgebaut ist. Die Oberfläche von einem Flachsgewebe ist glatt bis sehr strukturiert. Hier können auch Effektzwirne oder -garne oder auch Musterungen vorhanden sein.

Die einfachen Flachsgewebe werden in den Grundbindungen (dazu gehören auch die Leinwandbindung oder die Atlasbindung) gewebt. Wenn dann besondere Musterungen entstehen sollen, werden hier weitere Fadensysteme dazu gegeben. Dadurch entsteht hier ein Flachsgewebe mit mehreren Schussfadensystemen oder mehrere Kettfadensysteme oder auch Doppelgewebe-Lösungen.

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Claytec Flachsgewebe

Claytec Flachsgewebe ist ein speziell für den Lehmputz entwickeltes Drehergewebe, welches aus Flachsgarn besteht. Das Gewebe wird zusätzlich mit Polysaccharid (also Stärke) bearbeitet.

Diese Art von Flachsgewebe wird für die Flächenarmierung für Lehmputze, für Bekleidungen aus Lehm-Trockenputzplatten, bei Holzfaserausbauplatten oder bei HFD-Innendämmungen verwendet.

Bei dem Caytec Flachsgewebe handelt es sich um ein Drehergewebe aus Flachsgarn, das mit Stärke zusätzlich bearbeitet wird. Ein solches Flachsgewebe wird auf Rollen geliefert und dieses Flachsgewebe muss fachgerecht gelagert werden. Die Lagerung muss luftig, trocken und auch vor einer direkten Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Die Lagerung in dieser Form ist mindestens 3 Jahre möglich.

Bei der Verarbeitung wird das Armierungsgewebe auf den auf der Oberfläche der Mauer frisch aufgetragenen Mörtel aufgelegt und mit Hilfe eines Filzbrettes eingerieben. Dabei ist es erforderlich, dass im Stoßbereich die Überlappung ungefähr 10 Zentimeter beträgt. Hierbei erfolgt eine vorsichtige Benässung der Stoßbereiche (zum Beispiel mit Sprühnebel. Im nächsten Schritt wird das Gewebe dann auf die Oberfläche aufgelegt und mit einer Art von Schlämmen aus Lehm Oberputz sorgfältig verbunden. Dabei sollten dann die vorhandenen Randbereiche sorgfältig eingearbeitet werden. In den Kreuzungsbereichen sollte es zu einer Aussparung des Gewebes kommen. Danach müssen dann vor dem Weiterverputz die aufgetragenen Schlämme oder der Putzmörtel vollständig ausgetrocknet sein.

Einsatz von Flachsgewebe

Ein solches Flachsgewebe wird, wie bereits erwähnt, zum Beispiel als Flächenarmierung für Lehmputze, bei HFD-Innendämmungen, bei Trockenputzplaten sowie Holzfaserausbau-Platten, bei Bekleidungen aus Lehm sowie bei Beplankungen aus Lehmbauplatten sowie bei Beplankungen von Holzfaserausbauplatten verwendet.

Ebenso wird ein solches Gewebe auch in Kombination mit einem Faserverbundwerkstoff eingesetzt. Dadurch entsteht eine höhere Stabilität mit Einsparung von Gewicht und Nachhaltigkeit. Ebenfalls wird die erhöhte Biegefestigkeit bei solchen Faserverbunds-Werkstoffen sowie verbessere Dämpfungseigenschaften erreicht.
Dadurch entstehen deutlich verbesserte Verbundwerkstoffe und auch die Steifigkeit von Bauteilen wird erhöht. Desweiteren werden durch die Kombination mit Flachsgewebe auch die Kosten und das Gewicht reduziert. Die Verarbeitung dieser Verbundwerkstoffe kann mit standardmäßigen Verfahren, aber auch mit Harzen erfolgen.

Dieser Verbundwerkstoff wird zum Beispiel im Bereich der Automotive eingesetzt. Hier entsteht eine Kostenersparnis und eine Gewichtsreduktion und bei der Herstellung entsteht bis zu 75 Prozent C02-Einsparung.

Zusätzlich entsteht dadurch eine Vibrationsdämpfung, eine Temperatur-Isolation und eine Geräuschdämpfung.

Solche Verbundwerkstoffe, die in Kombination mit einem Flachsgewebe hergestellt werden, kommen auch im Freizeit und Sportbereich zum Einsatz. Bei solchen Verbundstoffen, die in diesem Bereichen verwendet werden, verfügen auch über eine hohe Schlagzähigkeit und duktiles Bruchverhalten und können eingefärbt und für vielseitige Designmöglichkeiten verarbeitet werden.

Desweiteren werden solche Materialien auch in der Möbelindustrie oder bei anderen Design-Lösungen verarbeitet. Weitere Einsatzgebiete sind hier auch die Medizintechnik, die Luft- und Raumfahrttechnik sowie auch die Nachrichtentechnik. Ebenso werden solche Produkte auch im Motorsport und bei den Motorsport-Wagen eingesetzt.

Verarbeitung

Eine Flachsfaser wird, wie oben dargelegt, als Verstärkungsfader für Verbundwerkstoffe eingesetzt. Dabei werden hier hauptsächlich Kurzfasern verarbeitet. Hierbei ist eines der wichtigsten Verarbeitungsverfahren das Formpressen. Dabei erfolgt dort eine Verpressung von Fasermatten zusammen mit thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffen unter der Einwirkung von einer hohen Temperatur.

Flachsfasern werden auch in Kunststoffgranulaten für die Extrusions- und Spritzgussverarbeitung eingesetzt. Diese Produkte verfügen über eine geringe Dichte und eine hohe Steifigkeit und eine hohe Festigkeit. Da hier Naturfasern verarbeitet werden, ist hier eine C02-Neutralität sowie eine medizinische Unbedenklichkeit kombiniert mit Nachhaltigkeit vorhanden.

Solche Naturfaserverbundstoffe erhalten aufgrund der dort vorhandenen hohen mechanischen Eigenschaften und aufgrund der Schwerpunktforderung von Nachhaltigkeit in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Dabei sind jedoch auch Risiken bei der Unsicherheit des Langzeitverhaltens dieser Fasern ebenfalls vorhanden.

Sonstiges

Lagerung

Ein solches Flachsgewebe ist sehr leicht und deshalb sollte eine Lagerung in trockenen Räumen, bei denen zusätzlich eine Luftzirkulation vorhanden ist, erfolgen, so dass sich ein solches Gewebe nicht mit Wasser vollsaugen kann. Desweiteren sollte eine Lagerung dann so vorgenommen werden, dass das Material auch vor einer direkten Sonneneinstrahlung geschützt und das bei der Lagerung berücksichtigt wird.

Materialbedarf

Wenn Flachsgewebe als Flächenarmierung für Lehmputze zum Einsatz kommt, muss beachtet werden, dass hier auch die vorhandenen Randbereiche sorgfältig mit eingearbeitet werden müssen, um zu verhindern, dass es hier dann zu erheblichen Riss-Problemen oder Ähnliches kommt.

Deshalb ist es sinnvoll, dass es in den Kreuzungsbereichen zusätzlich auch zu einer Aussparung des Gewebes kommt. Auch das dient dazu, dass später hier keine Probleme auftreten.

Somit muss bei einer Flächenarmierung zum Beispiel bei Lehmputen zusätzlicher Materialbedarf hierfür eingerechnet werden. In der Regel werden hier zusätzliche Reserven von 10 bis 20 Prozent für die Überlappung und den Verschnitt eingerechnet.

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